Ausbildungszentrum für Jugendliche in Tarn Taran

Das vom VFKE mit 5000.- € unterstützte Ausbildungszentrum in Tarn Taran wurde am 23. Juni 2008 unter Teilnahme von Lokalpolitikern und Pressevertretern eröffnet. Zur Zeit unseres Besuches im August lebten und lernten 30 Jugendliche (18 Mädchen und 12 Jungen) in dem Zentrum. Dieser hohe Anteil der Mädchen ist außerordentlich erfreulich. Die Ausbildung im Zentrum umfasst für die Mädchen neben einer schulischen Grundbildung Kurse im Nähen mit der Herstellung von Decken und Tüchern, Stoffpuppenherstellung, Wandschmuck und Stickereien. Am Anfang der Kurse ist der Materialverbrauch entsprechend hoch. Es wurden zur Zeit unseres Besuches aber bereits Produkte von den Mädchen in der Stadt verkauft. So liegt zum Beispiel der Materialverbrauch für eine Puppe bei 250 Rupien, die Herstellung dauert ca. 6 Stunden und der Marktpreis liegt bei ca. 450 Rupien. Wenn man bedenkt, dass ein Tagelöhner zwischen 50 und 80 Rupien am Tag verdient, bieten sich hier sehr gute Einnahmemöglichkeiten für die Mädchen und Frauen.

Die Jungen werden an alten Autos als Mechaniker geschult, machen Kurse im Sanitär- und Elektrobereich, lernen Schweißen und weitere handwerkliche Grundfertigkeiten. Geplant sind weiterhin Ausbildungskurse als LKW-Fahrer.

Das Zentrum in Tarn Taran soll mittelfristig auf 80 - 90 Plätze aufgestockt werden. Anlässlich einer Aktion der Schulen in Meldorf unter dem Motto „Schüler laufen für Indien“ wurden Spenden in Höhe von 5000.- € eingenommen, die dem VFKE gezielt für die Erweiterung des Ausbildungszentrums in Tarn Taran zur Verfügung gestellt wurden.

 

Alle Jugendlichen im Ausbildungszentrum kommen aus den Dörfern im Projektgebiet und gehören zur Gruppe der „Unberührbaren“. Sie selbst nennen sich Dalits, was in etwa „gebrochen, unterdrückt sein“ bedeutet. Die Dalits stellen ein Siebtel der indischen Gesamtbevölkerung und sind damit wohl die größte benachteiligte Minderheit, die es auf der Erde gibt. Während des Aufenthaltes in diesem Sommer besuchte ich mit unserem Partner, dem Leiter des Socio Economic Development Programme (SEDP), Mr. Daniel B. Das, einige der 250 Dörfer im Projektgebiet. Die Hauptprobleme sind unter anderen Mangelernährung, Arbeitslosigkeit, fehlende medizinische Versorgung, Ausbeutung der Arbeitskraft durch Landbesitzer, fehlende Bildungsmöglichkeiten, unsauberes Trinkwasser, Tuberkulose, HIV, Gewalt gegen Frauen und Kinder. Unter diesen Bedingungen ist eine Ausbildung mit der Möglichkeit, später ein eigenes Einkommen zu erzielen fast die einzige Chance, die Lebensqualität zu verbessern. Eines der Ziele des SEDP ist die Errichtung weiterer Ausbildungszentren. Der VFKE wird diese sinnvolle Arbeit unterstützen.

Bildergalerie

Auf ein Bild klicken zur vergrößerten Ansicht.

nach oben