September 2015

 

Liebe Förderinnen und Förderer des VFKE,              

 

inzwischen liegt das verheerende Erdbeben im Himalaya vier Monate zurück und die Medien berichten kaum noch darüber. Die erschreckenden Meldungen und Bilder der Katastrophe in Nepal machten uns sehr betroffen. Viele Organisationen versuchten sofort die ersten lebensrettenden Maßnahmen durchzuführen. Die gesamte Logistik im Land war damit aber total überfordert. Gut gemeinte Hilfe kam daher nur sehr schleppend in den Orten an, die es am Nötigsten hatten und immer noch haben. Zwar hat die nepalesische Regierung inzwischen Bergregionen teilweise wieder für sicher erklärt, Geoforscher gehen aber davon aus, dass die Erde in diesem Teil der Erde in absehbarer Zeit wieder beben wird.

 

Auch der VFKE versuchte sofort, Kontakt mit den Projektpartnern vor Ort aufzunehmen. Dr. Shashi Malla konnte uns eine kurze Meldung zukommen lassen, dass er und seine Familie das Erdbeben überlebt hatten. Die von uns finanzierte Projektschule in Pang ist zwar beschädigt, aber es hat dort keine Todesopfer gegeben. In einigen Dörfern außerhalb des Kathmandu-Tales wurden jedoch alle Häuser zerstört. Da die Kommunikationswege und die Infrastruktur zusammengebrochen waren, fiel es schwer, dorthin Kontakt  herzustellen. 

 

Der VFKE bat Dr. Malla darum, sich möglichst schnell in eine Region zu begeben, die vom Erdbeben besonders stark betroffen war und zu schauen, was mit den Mitteln des VFKE an Hilfe geleistet werden könnte. Hier seine kurze Rückmeldung: 

 


Lieber Holger,

am 2. Juni war ich mit meiner Frau in einem Dorf nahe Dakshin Kali, ein Pilgerort suedlich von
Kathmandu. 
Am 3.Juni war ich mit dem Mann von unserer Nichte in der Dorggemeinschaft Pishkar
im Bezirk 
Sindhupalchowk, der am meisten vom Erdbeben betroffen war.


Wir sind gefahren auf der Hauptstrasse, die Kathmandu mit der tibetisch-chinesischen Grenze
(die sogenannte "Arniko Highway") verbindet. Nachdem wir das Kathmandu-Tal und der
Bezirk Kabrepalanchowk verlassen hatten, waren wir nach anderhalbstunden und etwa 60 km,
waren wir in Sindhupalchowk. Nun gab es auf beiden Seiten der Strasse in diedlungen und
Markten nur Verwuestungen und Zestoerungen. Nach weitere 20 km kamen wir in Barahbise,
einen wichtigen Markt, an. Hier mussten wir in einem gelaendetuechtigen Wagen um-
steigen. Der Wagen war wie ein Klapperkasten und wir alle waren voellig erschuettert.
Nach eiiner Fahrt von 1 1/4 Stunden waren wir endlich in Pishkar.

Hier auch war nur Zerstoerung und Vernichtung zu erleben. Die urspruengliche Schule war
verschwunden. Ueberall lag Schutt und Truemmer. Die Kinder waren in chinesischen
Zelten untergebracht. Aber es fand keinen richtigen Unterricht statt. Es war mehr eine Art
Beschaeftigungstherapie. Die Kinder waren froh, dass sie ueberhaupt in der "Schule"
zusammengekommen waren.

Wir haben uns mit der Schulleitung verstaendigt, dass wir noch vor dem  Monsunregen
vier stabile Pavillons auf der Schulgelaende errichten. Diese bestehen aus Eisen-
stangen (im Boden mit Zement verankert) und Wellblech fuer die Daecher. Diese
'japanische' Bauweise bietet Schutz vom Regen und der Sonne und ist stabil. Spaeter
koennen sie Zug um Zug auf- und ausbauen

Herzliche Gruesse
Shashi


Die Folgen dieser Naturkatastrophe werden insbesondere in diesen Gebieten in den nächsten Jahren das Leben der Menschen extrem erschweren und unserer Hilfe bedürfen. Wir haben Herrn Dr. Malla daher mit nicht gebundenen, freien Mittel  in Höhe von 10.000 € ausgestattet, mit denen er inzwischen bereits vielen Menschen helfen konnte.

 

Dadurch, dass die Ereignisse in Nepal schon längst wieder die Medien verlassen haben, werden die Hilfsmaßnah-men weiter abnehmen. Wir vom VFKE wollen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten mit unserem Projektpartner an einem nachhaltigen Wiederaufbau beteiligen.

 

Wir bitten Sie, uns dabei durch eine gezielte Spende
für den Wiederaufbau in Nepal zu helfen!

 

Selbstverständlich werden wir Sie über die aktuellen Vorhaben informieren und Ihnen zu Beginn des kommenden Jahres eine Spendenbescheinigung schicken.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Holger Heitmann

1. Vorsitzender des VFKE

Spendenkonto:

VFKE - Verein zur Förderung von Kleinprojekten in Entwicklungsländern e.V.

IBAN: DE49 2176 3542 0007 0223 52
BIC: GENODEF1BDS
VR Bank eG Niebüll

 



Die Schule vor dem Erdbeben


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