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Friedensarbeit in Ein Arik (Palästina)                                                                                                           Dezember 2016

 

Dr. Sumaya Farhat-Naser war die erste Palästinenserin, die öffentlich mit israelischen Frauen über einen möglichen Frieden diskutierte. Für ihr internationales Engagement erhielt die Biologin u.a. gemeinsam mit der Israelin Gila Svirsky vom deutschen PEN-Zentrum die Hermann-Kesten Medaille. In ihrer Heimat organisiert Sumaya seit vielen Jahren verschiedene Projekte mit den Schwerpunkten Friedenserziehung und Frauenrechte. Der Kontakt zu Sumaya wurde von unseren Mitgliedern Gesine Berendson und Christa Müller hergestellt, die in diesem Jahr bereits zweimal vor Ort Projekte besuchten.

Der Ort Ein Arik hat in etwa 1.500 Einwohner,  davon sind jeweils die Hälfte Christen und Muslime. In einer alten Ölmühle entsteht ein Zentrum für Kultur und Entwicklung mit dem Ziel, eine Frauenkooperative zu ermöglichen. In dem Begegnungszentrum finden neben Schulungen, Beratungen, Kursen für praktische Arbeiten auch kulturelle Veranstaltungen statt. Etwas oberhalb des Gebäudes befindet sich ein dazugehöriges brachliegendes Grundstück. Sumaya hat das Ziel, dass die Frauenkooperative dort ein Modell für Gemüseanbau schafft. Es sollen Gemüsesamen  gesät und Obstbäume gepflanzt werden. Die Vermarktung übernehmen die Frauen.

Es ist Sumayas Anliegen, weitere ungenutzte Flächen neu zu kultivieren und zu nutzen. Hierfür fehlt oft das nötige Know-how, das in ihrem Projekt neu entwickelt werden soll.

Gesine und Christa haben Ende September das Projekt besucht. In der Zeit von April bis jetzt wurde das Land mit ihrer privaten Förderung sowie Unterstützung des VFKE kultiviert. Es entstand eine eingezäunte und anbaubereite Fläche, die durch Steinmauern abgestützt ist und mit einer Wasserleitung versorgt wird. Die angekauften Büsche und Bäume werden täglich mit Wasser versorgt, um sie dann im November, wenn die mediterrane Regenzeit beginnt, zu pflanzen. Es gibt bisher drei Parteien aus dem Frauenprojekt, die die Gartenarbeit gemeinsam erledigen. Das Einsäen von Gemüsesamen beginnt im kommenden Frühjahr. Die Dorfbewohner der angrenzenden Häuser zeigen diesem Projekt gegenüber viel Neugierde und Interesse. Darum soll es im nächsten Jahr auf einem weiteren Grundstück in der Nähe mit dem Gartenbau weitergehen.

 

    Garten in Ein Arik                                                                 Kultivierung des Grundstücks


Dezember 2017

Wie im vorherigen Artikel beschrieben, besuchten unsere Mitglieder Gesine Berendson und Christa Müller Ein Arik im Frühjahr 2016 und konnten die Urbarmachung dieses Grundstückes miterleben (Kakteen beseitigen, planieren, lockern, Erde anfahren, einzäunen, Steintreppe einbauen, Wasserleitungen legen). Der VFKE beteiligte sich an den Kosten für die Baumaterialien, Büsche, Bäume, Weinstöcke und Saatgut. Im Herbst überzeugten wir uns von der Fertigstellung des Gartens. Alle warteten auf Regen. Die Fotos aus dem letzten Sommer zeigen eine grüne blühende Oase.

Es arbeiten viele Familien in dem Garten inmitten eines Wohngebietes und benachbarte Bewohner stehen oft neugierig am Zaun. In naher Zukunft beabsichtigt die Initiatorin eine Erweiterung des Gartenbaus auf einem gegenüber liegenden Grundstück.

 

Garten in Ein Erik
Garten in Ein Erik
Gemüseranken im Garten
Gemüseranken im Garten

Dezember 2018

 

Ein Arik liegt 8 km westlich von Ramallah und hat ungefähr 1.500 Einwohner von denen je die Hälfte Christen und Muslime sind. Die Projektarbeit in Ein Arik beinhaltet unter anderem die Renovierung einer alten Ölpresse, die als Frauenzentrum für Bildungsarbeit und als Sitz der in der Gründungsphase befindlichen Kooperative genutzt wird. Ziel der Arbeit ist die Stärkung der Frauen durch Bildung und Qualifizierung, um ihnen sowohl berufliche als auch gesellschaftliche Perspektiven zu erschließen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Unterstützung bei der Wahrung ihrer Rechte und im Engagement gegen die bestehenden Ungerechtigkeiten. Die Registrierung des „Ein Arik Frauen Zentrums“ ist im November 2017 vom Palästinensischen Innenministerium bewilligt worden und im Dezember erfolgt.

Versammlungsraum in der alten Ölpresse
Versammlungsraum in der alten Ölpresse
Meeting in Ein Arik
Meeting in Ein Arik

Der VFKE unterstützte die Arbeit in Ein Arik durch die Finanzierung eines Videoprojektors (Beamer), einer Leinwand und einer Lautsprecheranlage für den Versammlungsraum in der renovierten alten Ölpresse. Während des ersten Halbjahres 2018 wurden dort mehr als 80 Begegnungen in Form von Vorträgen, Seminaren und Workshops durchgeführt.

Für das Engagement gilt unser besonderer Dank Sumaya Farhat-Naser, die mit ihrer Bildungsarbeit einen wertvollen Beitrag zum Frieden leistet.


Dezember 2019

Gemeinsame Mahlzeit während eines Seminars
Gemeinsame Mahlzeit während eines Seminars

In den letzten Jahren hat der VFKE das gemeinsame Begegnungs- und Bildungszentrum in diesem von vielen Problemen belasteten Gebiet westlich von Ramala mit Ihren Spenden unterstützt. In einer renovierten alten Ölpresse leisten Freiwillige Friedensarbeit für christliche und muslimische Frauen. Initiiert und geleitet wird das Zentrum von der vielfach international ausgezeichneten palästinensischen Autorin und Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser. In diesem Jahr hat der VFKE einen Gas-backofen und eine größere Knetmaschine finanziert. Die Frauen können so höhere Stückzahlen an gefüllten Teig-taschen und andere Backwaren produzieren, nach denen eine größere Nachfrage besteht. Die Waren verkaufen sich gut. Die Frauen übernehmen inzwischen zunehmend das Catering für Familienfeste und andere Veranstaltungen. Diverse Zutaten stammen aus dem ebenfalls zum Projekt gehörenden und vom VFKE finanzierten eigenen Garten. Die Frauen erwirtschaften sich ein eigenes Einkommen und das Projekt wird im Dorf zunehmend gut angenom-men. Begleitet wird die Arbeit durch Kurse zu verschie-denen Themen der Produktion, Vermarktung, Verpackung, Gesundheitsvorschriften aber auch der Friedensarbeit. Entscheidend sind die Begegnungen und gemeinsame Arbeit über die religiösen Grenzen hinweg. Der VFKE wird auch im kommenden Jahr dieses Projekt unterstützen.